Projektionsfläche Israel

Tagesseminar zu Antizionismus - Israelkritik - Antisemitismus

Am 4. Juli in Berlin

Antizionismus, das ist doch etwas ganz anderes als Antisemitismus. Man dürfe ja wohl den Staat Israel kritisieren, ohne gleich als Judenfeind dazustehen, echauffieren sich kritische Seelen in aller Welt. Schon die Aufgeregtheit, mit der auf Ereignisse in Israel reagiert wird, die kaum in die Nachrichten gekommen wären, wenn sie anderswo auf der Welt passiert wären, gibt zu denken.

Das jüngste Beispiel hierfür ist der Gaza-Krieg, der im Januar hunderttausende Menschen dazu veranlasste, öffentlich ihre Meinung zur Vorgehensweise des israelischen Militärs kundzutun. Beliebtes Stilmittel sind dabei Vergleiche mit dem Nationalsozialismus: die Israelis würden wie ehemals die Nazis agieren, den Palästinensern wird die Rolle der verfolgten Juden zugeschrieben. Diese Gleichsetzung inspirierte Demoslogans wie „Stoppt den Holocaust in Gaza!“, „Zionisten sind Rassisten!“ oder die Rede von den „Opfern der Opfer“. Dieser Logik, die sich auch unter deutschen Linken einiger Beliebtheit erfreut, entspricht auch die Vorstellung vom Konzentrationslager als „moralischer Besserungsanstalt“, die doch die Juden eigentlich zum friedlichen Zusammenleben mit den Palästinensern hätte befähigen sollen. Dem entgegen steht die Forderung des antideutschen Teils der Linken nach zum Teil bedingungsloser Solidarität mit Israel als Schutzraum vor antisemitischer Verfolgung und Hort der Zivilisation im Nahen Osten.

Warum spielt gerade die Positionierung zum Nahostkonflikt eine so zentrale Rolle im Selbstverständnis verschiedener Linker? Worin besteht die Beziehung zwischen Antizionismus und linker Bewegung und wie hat sie sich historisch entwickelt? Auf dem Seminar soll dies ebenso untersucht werden wie die Frage, wie Antizionismus und Antisemitismus sich zueinander verhalten.

Verbindliche Anmeldung ist erforderlich unter info[at]paeris[dot]net.


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