Dez 16 2012

Feministische Politik in revolutionären Organisationen

Unser Beitrag zum Roten Abend der Internationalen KommunistInnen:

Der Kampf gegen das Geschlechterverhältnis ist ein wichtiges Thema für eine antikapitalistische Organisation, schon allein deshalb, weil man für eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft sehr viele sein muss. Eine revolutionäre Organisation kann es sich gar nicht leisten, einfach zu ignorieren, woran mindestens die Hälfte der Menschen in dieser Gesellschaft leiden. Es wäre ja drollig, wenn weiße männliche Lohnanhängige ihre Interessen versuchen als gesellschaftliches Allgemeininteresse darzustellen und sich wundern würden, dass sie damit ziemlich unter sich bleiben. Da es der Zweck einer revolutionären Organisation ist, die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse zu kritisieren und alternative Möglichkeiten der Vergesellschaftung vorzuschlagen und zu propagieren, gehört es selbstverständlich dazu, die gesellschaftlich hervorgebrachten Schrecklichkeiten möglichst umfassend in den Blick zu nehmen.

Das haben inzwischen die meisten linken Gruppen und Organisationen eingesehen. Mindestens pro forma steht in jedem Grundsatzpapier, dass es freilich nicht nur das Kapital zu bekämpfen gilt, sondern ebenso Rassismus und das Patriarchat, sowie andere - meist nicht weiter spezifizierte - Herrschaftsverhältnisse. Die Frage ist, was das im Konkreten heißt, welchen Stellenwert das hat und was für eine Art der Praxis sich daraus ergibt.

Im folgenden drei Punkte, an denen mir ein größerer Diskussionsbedarf erscheint, sowie als viertes einige vorsichtige sich daraus ergebende Konsequenzen für eine revolutionäre Organisation, die im Ernst gesellschaftliche Wirksamkeit erreichen möchte. Weiterlesen