Nov 14 2012

Solidarität is just an 11 letter word – Kämpfe statt Grußadressen!

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Seit Beginn der vor allem griechischen Proteste gegen die Sparpakete ist die deutsche Linke nicht müde geworden, ihre Solidarität zu bekunden. Sei das Solidarität mit dem “griechischen Volk”, mit der arbeitenden Bevölkerung oder mit den revolutionären Kräften in Griechenland. Möglicherweise freuen sich die Kämpfenden in Südeuropa über die solidarischen Grußadressen, vielleicht steigert das Wissen, geistige Mitstreiterinnen zu haben, sogar die Entschlossenheit, mit der die Kämpfe geführt werden. Darüber hinaus ist die bekundete Solidarität aber recht hilflos.

Da die südeuropäischen Unternehmen in einer auch innereuropäischen Konkurrenz stehen, verschlechtern die Kämpfe vor Ort die Chancen dieser Unternehmen in der Konkurrenz. Das ist ein Dilemma für die Menschen in Südeuropa, die für den Erhalt erträglicher Lebensbedingungen kämpfen. Auf den Konkurrenzerfolg der privaten Unternehmen sind derzeit sowohl der Staat als auch die Menschen vor Ort angewiesen, wenn sie ihre Bedürfnisse überhaupt befriedigen wollen. So tragisch das ist, und so schlecht das Kapital für die Befriedigung der Bedürfnisse von Menschen sorgt, so wahr ist es doch, dass ohne den Erfolg des Kapitals auch noch die unzureichende Bedürfnisbefriedigung in Gefahr gerät. Lohnkämpfe in Südeuropa also, die hier in Deutschland nicht gleichermaßen durch Lohnkämpfe, sondern nur durch Solidaritätsbekundungen ergänzt werden, drohen die Lage der dortigen Bevölkerung weiter zu verschlechtern. Insoweit hat Angela Merkel recht, dass nur Strukturveränderungen die Konkurrenzfähigkeit der südeuropäischen Wirtschaften bewahren können: in der Sprache von Politikern und Ökonomen meint das hauptsächlich direkte und indirekte Lohnkürzungen. Das ist aber nur wahr, solange die Kämpfe national begrenzt bleiben. Weiterlesen


Jun 13 2010

“Wer macht denn dann die ganze Arbeit…?”

Diskussionsveranstaltung am Donnerstag 17.Juni 19:30 Uhr
im New Yorck, Mariannenplatz 2, Berlin-Kreuzberg

“Nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste
Lebensbedürfnis geworden”, erst dann kann sich nach der Vorstellung von
Marx “die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: jeder nach seinen
Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!” Solange sich nicht
genügend Leute finden, denen die zur Güterproduktion notwendige Arbeit
auch richtig Spaß macht, solange stellen sich in einer Gesellschaft, in
der für die Bedürfnisse aller produziert wird, Fragen nach der Regelung
der Arbeits- und Güterverteilung. Wir möchten an diesem Abend einige
prinzipielle Ansätze, wie damit umgegangen werden kann, besprechen und
diskutieren, welche politischen Implikationen sie jeweils haben. Weiterlesen