Rassistisch sind immer die Anderen

Tagesseminar zu Rassismus und Weißsein
am 23.01.2010 in Berlin

Welche Geschichte interessiert wen? Menschen, die sich mit dem
Nationalsozialismus und der Fortdauer des Antisemitismus in Deutschland
auseinandersetzen, sind meistens andere als die, die zu Grenzcamps
fahren, deutsche Füchtlingspolitik kritisieren und sich antirassistisch
engagieren.

Seit einigen Jahren sind auch bei manchen /weißen/, deutschen Linken
Postcolonial Studies angesagt, die Kritik der politischen Ökonomie
dagegen weniger, das gehört zum Fundus der Linken, die für Antirassismus
keine Zeit haben, weil sie Marx lesen müssen.

Rassismus ist kein Thema, für das nur Antira-Gruppen und
Postcolonial-Studies-Leute zuständig sind, sondern es sollte eines für
die gesamte radikale Linke sein. Trotzdem landet es auf der persönlichen
Prioritätenliste von /weißen/ Linken meistens ziemlich weit hinten, weil
es sie vermeintlich nicht betrifft.

In dem Seminar werden wir uns mit /weißen/ Abwehrstrategien gegen die
Auseinandersetzung mit Rassismus, dem Versuch nicht-rassistischer
Sprache und deutscher Kolonialpolitik sowie postkolonialer Gegenwart
beschäftigen. Gleichzeitig wollen wir einen kapitalismuskritischen Blick
auf Postcolonial Studies werfen, weil wir nicht denken, dass ökonomische
Ungleichheit mit dem Rassismus verschwinden würde, da sie einfach anders
verteilt würde. Umgekehrt meinen wir schon, dass die rassistische
Strukturiertheit der Gesellschaft durch die ökonomischen Verhältnisse
verfestigt und reproduziert wird.

Anmeldung unter: info(at)paeris.net

Keine Teilnahmegebühr.


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