No idea?!

Eine Diskussionsreihe über Konzepte befreiter Gesellschaft
Veranstaltet von [pæris] und Plan E

Von Februar bis Juli an jedem dritten Donnerstag im Monat von 19:30 bis 22:00 Uhr im New Yorck, Mariannenplatz 2 in Kreuzberg, 10997 Berlin (Lageplan)

Ob wir wollen oder nicht, radikale Kritik an der bestehenden Gesellschaft wird an den Resultaten des „Realsozialismus“ gemessen: an seinem herrschaftlichen Charakter und seinem ökonomischen Scheitern. Eine historische Auseinandersetzung bleibt defensiv und eine politische Abgrenzung zweifelhaft, wenn sie sich nicht mit glaubhaften und ausstrahlungsfähigen Vorstellungen anderer gesellschaftlicher Organisation und ökonomischer Planung verbinden kann. Dafür ist es nötig, eine nüchterne und realistische Urteilsfähigkeit in Bezug auf solche Vorstellungen zu entwickeln. Unter dieser Prämisse wollen wir einige in der Linken bereits erarbeitete Vorschläge diskutieren, wie eine reproduktionsfähige Gesellschaft, in der es tatsächlich um Bedürfnisse geht, organisiert sein könnte.

Es wird jeweils ein einleitendes Referat zu einem Konzept oder einem Aspekt des Themas geben. Der Schwerpunkt soll aber nicht auf der Präsentation liegen, sondern auf der offenen Diskussion der sich ergebenden Probleme und Fragen.

1. Veranstaltung am 18.2. zum Thema Mangel

Häufig, wenn Leute sich über ‚befreite Gesellschaft‘ unterhalten, ist es eine ganz selbstverständliche Prämisse, dass bei ca. zwei Stunden Arbeit am Tag die Bedürfnisse aller befriedigt sind, dass also Mangel an Mitteln zur Bedürfnisbefriedigung überwunden ist. Und diese Gesellschaft wird dann - was nicht nur, aber auch mit dieser Überwindung des Mangels zu tun hat - als im Wesentlichen konfliktfrei imaginiert, sodass es nicht im Ernst wichtig wäre, über ihre Organisationsformen nachzudenken.

Wir möchten uns mit euch am ersten Abend der Reihe darüber Gedanken machen, wie man zu diesen Prämissen eigentlich kommt, was an ihnen Sinn ergibt, und was an ihnen vielleicht jeder Grundlage entbehrt - z. B. weil die Vorstellung, jede Form von Mangel und jeder Grund für Mangel könne durch Arbeit mit der richtigen Produktivkraft beseitigt werden, zu abstrakt ist.


5 Responses to “No idea?!”

  • bildungskollektiv c. Says:

    hallo paeris,

    werden die ergebnisse der diskussionen in irgendeiner weise veröffentlicht? schneidet ihr sie vllt sogar mit? sinnvoll wäre das. solche diskussionen gibt es leider viel zu selten.

    gruß

  • Neoprene Says:

    Wenn ihr schon so ein doch recht anspruchsvolles Projekt vorhabt, dann würde es der ernsthaften Vorbereitung dienlich sein, wenn ihr wenigstens ein paar der “in der Linken bereits erarbeiteten Vorschläge” wenigstens benennen würdet. Und da ihr wie die meisten anderen, die sowas interessiert, dazu sicherlich das eine oder andere schon gelesen haben werdet, sollte doch eine kommentierte Leseliste machbar sein.

  • J. Says:

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an.
    Außerdem ein Hinweis auf einen Artikel, der auch etwas mit dem Gegenstand der Reihe zu tun hat: RÜDIGER MATS:Bloß eine neue Maschine aufstellen – Was man aus dem Scheitern des Realsozialismus für die linksradikale Praxis schließen kann – und was nicht
    Nr. 34 phase 2, auf deren Website im archiv

  • Eva von [paeris] Says:

    Eine Literaturliste zum Thema gibt es jetzt unter der Rubrik Planwirtschaft im Menü.

    Einen Audiomitschnitt der Veranstaltung haben wir leider nicht, aber ein Protokoll, das wir auf Wunsch gern zuschicken.

  • Eva von [paeris] Says:

    Unsere Literaturliste wird regelmäßig ergänzt und hat jetzt einige neue Einträge. Da man die Planwirtschaftsseite leider nicht per RSS abonnieren kann, müsst ihr immer mal wieder drauf schauen.

Schreib einen Kommentar: