Mit Stalin und Noske an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg (ge)denken?

Nao-Podiumsdiskussion
Donnerstag, 10.01.2013 um 19 Uhr in der Tristeza
(Pannierstraße 5, 12047 Berlin, U7 und U8 Hermannplatz)

In diesem Jahr finden erstmals zwei unterschiedliche
Demonstrationen statt, die Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gedenken.
Die beiden vormaligen SPD-Mitglieder wurden 1919 – kurz nach dem sie
sich am 1. Januar an der Gründung der KPD beteiligt hatten – ermordet.

Die eine Demonstration findet – wie jedes Jahr seit 1990 – vom
Frankfurter Tor zum Friedhof der Sozialisten nach Friedrichsfelde
statt. Obwohl sich dieses Demo-Bündnis selbst als das linkere der
beiden Vorbereitungs-Bündnis versteht, beschränkt sich dessen Aufruf
auf die Kritik an allerlei Symptomen – von Krieg bis Sozialabbau –
der herrschenden Gesellschaftsordnung.

Das andere Bündnis – das vom Olof-Palme-Platz in Charlottenburg aus
unter anderem an jenem Ort im Tiergarten entlang, an dem Karl
Liebknecht ermordet wurde, demonstriert – postuliert mit Rosa
Luxemburg, „Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark“,
und wendet sich gegen die Illusion, „mit der richtigen Wirtschaftspolitik
und den richtigen Regulierungen bzw. der richtigen Einstellung“ ließen
sich Krisen und andere Unangenehmlichkeiten der kapitalistischen
Produktionsweise vermeiden. Ironischerweise wird es aber vor allem von
Gruppen aus dem organisatorischen Umfeld von Linkspartei und SPD
gebildet, die doch einiges zur Verbreitung dieser Illusion beitragen.

Die Beteiligten am NaO-Prozess wollen mit Vertreterinnen beider
Vorbereitungs-Bündnisse über die Bedeutung von Rosa Luxemburg und
Karl Liebknecht für heutige linke Politik diskutieren und über die
Frage, wie sich etwaige unterschiedliche Auffassungen dazu in den
politischen Konzeptionen für die beiden Demos zeigen.

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