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	<description>eine neue Gruppe in Berlin</description>
	<pubDate>Thu, 03 May 2012 13:02:44 +0000</pubDate>
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		<title>Buch zu Kritik des Realsozialismus erschienen</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 09:40:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>

		<category><![CDATA[Kritik des Realsozialismus]]></category>

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		<category><![CDATA[Sozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die linke Auseinandersetzung mit Realsozialismus und Stalinismus war Thema einer Veranstaltungsreihe der Gruppe INEX in Leipzig zu der auch [paeris] eingeladen war.
Die Beiträge der Veranstaltungen können auf der Seite von INEX angehört werden.
Im Buch gibt es einen Text von [paeris] zu politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Bolschewistischen Partei über den Weg zum Sozialismus nach der Oktoberrevolution.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,373,7.html" target="_blank"><img class=" alignleft" src="http://www.unrast-verlag.de/img/images/t000000000373-02.jpg" alt="" width="250" height="365" /></a>Die linke Auseinandersetzung mit Realsozialismus und Stalinismus war Thema einer Veranstaltungsreihe der Gruppe INEX in Leipzig zu der auch [paeris] eingeladen war.</p>
<p>Die Beiträge der Veranstaltungen können auf der Seite von <a href="http://inex.blogsport.de/2011/03/25/mitschnitte-der-stalinismus-veranstaltungsreihe/" target="_blank">INEX</a> angehört werden.</p>
<p>Im <a href="http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,373,7.html" target="_blank">Buch</a> gibt es einen Text von [paeris] zu politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Bolschewistischen Partei über den Weg zum Sozialismus nach der Oktoberrevolution.</p>
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		<title>Nicht alle Wege führen zum Kommunismus</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jun 2011 14:57:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>

		<category><![CDATA[Planwirtschaft]]></category>

		<category><![CDATA[politische Zwecke]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Text wurde ursprünglich in der Phase 2 (39/2011) veröffentlicht:
Sagen wir, kommunistisch ist eine Gesellschaft, in der die Produktion  und Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums und die Institutionen  zur Aushandlung kollektiver Entscheidungen den Zweck haben, die  Bedürfnisse und Wünsche aller ernst zu nehmen.
Wenn das Kommunismus sein soll, dann liegt auf der Hand, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Text wurde ursprünglich in der <a href="http://phase2.nadir.org/index2.htm" target="_blank">Phase 2</a> (39/2011) veröffentlicht:</em></p>
<p>Sagen wir, kommunistisch ist eine Gesellschaft, in der die Produktion  und Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums und die Institutionen  zur Aushandlung kollektiver Entscheidungen den Zweck haben, die  Bedürfnisse und Wünsche aller ernst zu nehmen.<br />
Wenn das Kommunismus sein soll, dann liegt auf der Hand, dass er nicht  herrschaftlich organisiert sein kann, also nicht als ein mit Gewalt  durchgesetztes gesellschaftliches Benutzungsverhältnis ist – Benutzung  bedeutet nämlich gerade, die Bedürfnisse der Benutzten nicht ernst zu  nehmen. Die Einrichtungen und Verkehrsformen einer solchen  kommunistischen Gesellschaft existieren also nicht deshalb fort, weil  sie mit einem Gewaltapparat durchgesetzt würden, sondern weil ein  Großteil der Leute in dieser Gesellschaft ihren Zweck teilt. Auf  kooperative Weise wollen sie mit der Tatsache umgehen, dass Menschen zur  Befriedigung ihrer Bedürfnisse aufeinander verwiesen sind und einander  ausschließende Bedürfnisse durchaus vorkommen können. KommunistInnen  sind dementsprechend Leute, die sich um ihre eigenen Bedürfnisse  kümmern, indem sie eine Gesellschaft einrichten (wollen), in der es um  die Bedürfnisse aller und damit auch um ihre eigenen geht.<br />
Für so eine Gesellschaft braucht es eine Menge Leute, die das so haben  wollen. Sonst gibt es keinen Kommunismus – so einfach ist das.  Allerdings ist umgekehrt, wenn diese Bedingung erfüllt ist, gar nicht  ersichtlich, was der Einrichtung einer Gesellschaft, die diese Zwecke  tatsächlich verwirklicht, eigentlich prinzipiell entgegenstehen sollte.  Das ist deshalb ein so wichtiger Punkt, weil es in der landläufigen  Kommunismuskritik völlig durchgesetzt ist, genauso prinzipiell zu  werden<span id="more-321"></span>: Kommunismus, obschon eine schöne oder, je nach politischer  Herkunft der KritikerInnen, eine von vornherein schon unschöne »Idee«,  führe zwangsläufig in Elend, Leid, Unfreiheit, Unterdrückung des  Individuums, Überwachung und Terror. Das habe schon die Geschichte  gezeigt. Aber weil die Zeiten, in denen man an notwendige Entwicklungen  der Geschichte glaubte, irgendwie vorbei sind, gibt es noch einen ewig  gültigen Beweis dazu in Form einer anthropologischen Erklärung: Die  Menschen sind eben nicht so – d.h. sie sind egoistisch und  individualistisch. Und weil Kommunismus irgendwie auf Kollektivität  setzt, denn er stört sich ja am Privateigentum, beißt sich das mit der  Menschennatur und man muss sie unterdrücken. Und Egoismus und  Individualismus beißen sich auch mit dem ökonomischen Mittel, das diese  AntikapitalistInnen im vergangenen Jahrhundert schon ausprobiert haben:  der zentralen Produktionsplanung, die den egoistischen Innovationsgeist  nicht nutzen kann und wegen der Komplexität der modernen Produktion nur  leere Regale mit Einheitsbrei hinbekommt.<br />
Aber eins nach dem anderen. Fangen wir mit dem Grundsätzlichen an: Wenn  Egoismus heißen soll, dass Menschen Bedürfnisse haben und entwickeln und  sich in ihrem Handeln, wie verquer auch immer, bemühen, diese zu  befriedigen oder zumindest einen guten Umgang mit ihrer  Nichtbefriedigung zu finden, dann müssen wir feststellen, dass eine  kommunistische Gesellschaft dazu außerordentlich gut passen würde, da es  ihr ja schlechthin um Bedürfnisbefriedigung geht. Soll Egoismus dagegen  heißen, dass Menschen die eigene Bedürfnisbefriedigung grundsätzlich  der anderer vorziehen, dann findet mensch nicht nur lauter  Gegenbeispiele, sondern muss auch darauf hinweisen, dass es genau diese  Wahl zwischen zwei schlechten Alternativen ist, die im kapitalistischen  Privateigentum und der dazugehörigen Konkurrenz zum gesellschaftlichen  Prinzip erhoben ist: die Befriedigung eigener Bedürfnisse durch  Ausnutzung der Bedürfnisse anderer oder das eigene Zukurzkommen und  Ausgenutztwerden.<br />
Aber wenn schon anthropologische Verallgemeinerungen, dann finden wir  spezifisch an Menschen, dass sie sich in ihrem Handeln gerade nicht  einfach unmittelbar auf ihre Bedürfnisse beziehen, sondern, dass sie  sich Zwecke setzen, Pläne machen, Ziele anvisieren, Mittel ersinnen,  herstellen und benutzen, mit deren Hilfe sie umsetzen, was sie sich  vorgenommen haben. In der Weltwahrnehmung, die sich anhand einer  ereignisorientierten Medienindustrie manchmal einstellt, geht leicht  unter, dass in der Welt der Menschen wenige Dinge einfach passieren,  weil sie sich halt so ergeben, und viele, weil überall Zwecke am Werk  sind. Wenn die Mittel verfügbar sind, gibt es erst einmal wenig, was der  Erreichung von Zwecken entgegensteht, außer eben entgegengesetzten  Zwecken.<br />
Die ganze materielle Produktion ist zweckmäßige Bearbeitung der Natur:  Da wird eine Autofabrik mit ihren Montagebändern aufgebaut, da stürzt  nichts ein, da fügt sich alles zusammen, da werden ArbeiterInnen  eingewiesen, die Autoteile zusammenmontiert, und am Ende kommen fahrbare  Autos heraus. Vielleicht nicht auf Anhieb. Aber heraus kommt eben doch,  was von vornherein herauskommen sollte. Da wird nichts dem Zufall  überlassen, die Natur wird in planmäßiger Weise auf dem Stand der  Produktivkraft angeeignet und den Zwecken der Menschen gemäß gemacht.<br />
Liegt diese Autofabrik wie in der jetzigen Gesellschaft als Kapital vor,  dann wird es etwas komplizierter, weil der sie organisierende Zweck  dann nicht einfach die Herstellung benötigter funktionierender Fahrzeuge  ist. Der organisierende Zweck ist dann der Profit des Unternehmens. Die  Erfüllung dieses Zwecks bemisst sich nicht daran, dass sich Leute mit  diesen Autos schnell durch die Landschaft bewegen können und alles dran  ist, was sonst noch ein Auto bedürfnisgemäß macht. Sie bemisst sich  daran, dass die Autos AbnehmerInnen finden, die soviel dafür bezahlen,  dass am Ende, gemessen an der Investition, ein Geldüberschuss für das  Unternehmen herausspringt. Und das Erreichen dieses Zwecks findet seine  Schranke nicht nur an der Zahlungskraft derjenigen, die Bedarf an den  Produkten haben, sondern auch am Zweck der konkurrierenden Unternehmen.  Denen ist es eventuell gelungen, mit noch niedrigeren Preisen die  AbnehmerInnen der Autos für sich zu gewinnen und trotzdem Profit zu  machen. Wenn im Kapitalismus ein Automobilhersteller »scheitert«, dann  nicht, weil er keine brauchbaren Automobile hinbekommt, sondern er  scheitert an seinem Zweck, dies profitabel zu tun. Das heißt in der  Regel, er scheitert aufgrund der seinem Zweck zuwiderlaufenden (und doch  identischen) Zwecke seiner erfolgreicheren KonkurrentInnen, die ihn  niederkonkurriert haben.<br />
Das kapitalistische Unternehmen kauft und benutzt die Arbeitskraft von  Lohnabhängigen als Mittel für seinen Zweck. Diesen bleibt bekanntermaßen  innerhalb einer solchen Gesellschaft nichts übrig, als sich auf dieses  Benutzungsverhältnis einzulassen, um Zugriff auf Mittel zur Befriedigung  ihrer Bedürfnisse zu bekommen. Leute lassen sich kommandieren und  ausbeuten, weil das in dieser Gesellschaft die Bedingung für ihren  Lebensunterhalt ist, wenn sie nicht selbst Kapital in größeren Mengen  besitzen. Aber was sollte, prinzipiell, die Menschen daran hindern, ihre  Arbeitstätigkeit den gemeinsamen Zweck einer bedürfnisorientierten  Produktion zu geben und kooperativ herzustellen, was gebraucht wird?  Oder, individuell, sich an der Produktion zu beteiligen, weil es  gebraucht wird, und dementsprechend zu bekommen, was mensch selbst  braucht? Dem stehen ernsthaft nur andere Zwecke entgegen, in erster  Linie gewaltgestützte Zwecke, die eine andere Verwendung der  Naturressourcen, der Arbeitskraft und der schon vorhandenen  Arbeitsmittel vorsehen und durchsetzen.<br />
Das soll nicht heißen, sich die gesellschaftliche Realisierung des  Zwecks des bedürfnisorientierten Einsatzes der Arbeit als harmonischen  Vorgang ohne Widrigkeiten zu denken. Da können schon Abwägungen nötig  werden zwischen Bedürfnissen, für deren Befriedigung gearbeitet werden  muss, und dem Bedürfnis nach Muße, also dem Bedürfnis, diese Arbeiten  nicht zu machen. Da können Streits über die Entwicklung der  Infrastruktur oder die Gestaltung des Stadtbilds aufkommen. Oder auch  noch prinzipieller darüber, welche Entscheidungsverfahren denn am besten  geeignet sind, die Bedürfnisse aller zu berücksichtigen. Auch die  gesamtgesellschaftliche Ermittlung der Bedürfnisse und Koordination der  Produktion, die Planung von Produktionsketten und -kreisläufen halbwegs  reibungslos hinzukriegen, ist wirklich keine triviale Aufgabe. Es ist  eine Aufgabe, die erst in der modernen Informationstechnologie ein  adäquates Mittel hat. Was wiederum nicht bedeutet, dass es davor gar  keine brauchbaren Mittel für eine bedürfnisorientierte  Produktionsplanung gegeben hätte.<br />
Es sind zunächst einmal zwei verschiedene Fragen, ob ein Zweck überhaupt  erfüllt wird und wie gut er erfüllt wird, also wie tauglich die  verfügbaren Mittel sind. Wenn beispielsweise die Koordination der  Produktion nicht so gut klappt und deswegen an einigen Stellen zu viel  und an anderen zu wenig produziert wird, dann ist das vielleicht  ärgerlich wegen der unnütz aufgewandten Arbeit. Es bedeutet aber nicht,  dass das, was bei der Produktion an Brauchbarem herauskommt, nicht  zweckmäßig ist. Wenn tatsächlich Bedürfnisbefriedigung der Zweck der  Produktion war, dann bemisst sich seine Erfüllung nicht an der Qualität  der aufgewandten Mittel, sondern eben daran, ob die Bedürfnisse  befriedigt werden können.<br />
Und wenn nun aber die vorhandenen Mittel wirklich nicht taugen? Dann  gibt es immer noch keine Notwendigkeit, den Zweck aufzugeben. Das kann  mensch natürlich machen und sich andere Zwecke setzen, für die die  Mittel schon da sind, aber mensch kann auch an seinem Zweck festhalten  und nach tauglichen Mitteln suchen. Das ist eine Entscheidung, und  nichts daran ist zwangsläufig. Ebenso wenig wie die Suche nach den  Mitteln zwangsläufig oder auch nur naheliegenderweise die Zwecke  »pervertiert«, wie der Werdegang der BolschewistInnen und überhaupt die  »Dialektik« der kommunistischen »Idee« gerne vorgestellt wird. Wenn die  Mittel den vermeintlichen Zwecken geradezu entgegenstehen, sollte eher  der Verdacht nahe liegen, dass die Zwecke tatsächlich andere sind als  gedacht. Wer Herrschaft abschaffen möchte, richtet keine ein; wer will,  dass es um Bedürfnisse gehen soll, schließt nicht Leute aufgrund  mangelnder Kaufkraft systematisch von den Mitteln ihrer Befriedigung  aus; wer will, dass andere Menschen kommunistische Zwecke teilen,  versucht sie zu überzeugen und nicht umzuerziehen – zumal das  Ernstnehmen von Bedürfnissen schon eine Kritik an Erziehung überhaupt,  nämlich dem darin enthaltenen Paternalismus, einschließt.<br />
Wie verhalten sich jetzt all die dem Realsozialismus entnommenen  Horrorvorstellungen über »den« Kommunismus zum kommunistischen Zweck?  Zunächst: Es sind nicht Kollektive, die Bedürfnisse haben, sondern  Individuen. Und Bedürfnisse sind nicht einfach ein Bedarf, den mensch  von außen bestimmen kann – selbst Empathie hat ihre Grenzen –, sondern  Bedürfnisse müssen artikuliert werden von den Individuen, die sie haben.<br />
Dies vorausgesetzt und ernst genommen, wieso sollte mensch darauf  verfallen, Disziplin in der Arbeit zu fordern und den Kollektivgeist der  Mitmenschen anzurufen? Eine solche Moral mag ein funktionales Mittel  gewesen sein für das herrschaftliche Projekt, die nationale  Produktivität zu steigern. Aber gemeinschaftlicher Arbeits- und  Anpassungsdruck sind das Gegenteil der offen und ernst gemeinten Frage:  Bist du bereit für die Bereitstellung von mehr Produkten, die  Entwicklung zukünftiger Arbeitsersparnis oder neuer  Infrastrukturprojekte etwas mehr zu arbeiten? Erst recht – wie käme  mensch darauf, wie in China, einen Einheitslook zu fordern? Das fördert  die soziale Kontrolle und mag vielleicht sogar eine Arbeitsersparnis  bedeuten, aber es dient sicher nicht der Befriedigung individueller  Bedürfnisse. Stattdessen wären doch die Einzelnen zu fragen, wie die  Kleidung aussehen soll, die sie jeweils gern tragen möchten. Einer  zentralen Planungskommission, die den Bedarf der von ihr verwalteten  Bevölkerung bestimmt und sich eben darum sorgt, muss das nicht  sonderlich wichtig sein. Aber eine Gesellschaft mit dem Zweck der  Bedürfnisbefriedigung, die über Internet und flexible automatisierte  Fertigungsanlagen verfügt, wie käme die darauf, diese Mittel nicht für  die Berücksichtigung diversifizierter und individueller Produktwünsche  zu benutzen?<br />
Und aus welchem Grund würde man sich dagegen entscheiden wollen, die  materielle Reichtumsproduktion zu maximieren und Arbeitswütige als  HeldInnen zu feiern? Nun ja, weil Arbeitsschutz nett ist, weil Reinhauen  und Monotonie schon auch ätzend sein können und weil viele vielleicht  doch nicht durch Arbeit glückselig werden, sondern noch anderes mit  ihrem Leben vorhaben. Bedürfnisorientiert wäre, abwägen zu können  zwischen Arbeitsaufwand, der vielleicht keinen Spaß macht, dessen  Produkte aber Bedürfnisse befriedigen, und der freien Verfügung über die  eigene Lebenszeit.<br />
Wenn hingegen durch eine von »oben« verordnete Planvorgabe eine  bestimmte herzustellende Produktmenge festgelegt wird, liegt es nicht so  fern, sich als Arbeitsvolk dem gegebenenfalls durch Herstellung der  vorgeschriebenen Menge in minderer Qualität zu entziehen, um sich Arbeit  zu ersparen und die eigene Lebensqualität etwas zu verbessern. Wenn nun  eineR aber genau zu dem Zweck arbeitet, Gebrauchswerte herzustellen,  eben weil sie gebraucht werden? Ist doch klar, dass da die Qualität eine  Rolle spielt, weil das Produkt brauchbar sein soll.<br />
Die Realsozialist(Innen?) hielten es für eine gute Idee, in ihre  staatlich gelenkte Ökonomie »Hebel« zur Anhebung der Arbeitsbereitschaft  und damit des nationalen Reichtums einzuführen. In diesen  Anreizsystemen, die noch dazu gegensätzliche Interessen von Arbeitenden,  Betriebsleitung und Planungskommission geschaffen haben, steckt schon  das Benutzungsverhältnis, das einem gemeinsamen Zweck widerspricht. Dies  und die Idee der RealsozialistInnen, sich an kapitalistischen  Kategorien wie Produktivkraftsteigerung und Weltmarkterfolg zu  orientieren und gerade darin die Überlegenheit der  gesamtgesellschaftlichen Planung über die zerstückelte  Produktionsplanung von PrivatproduzentInnen zu beweisen, macht es etwas  schwierig einzuschätzen, inwieweit ihre Planungsmittel und -methoden  auch für bedürfnisorientierte Zwecke tauglich oder untauglich gewesen  wären. Jedenfalls sind sie auch an informationstechnische Grenzen bei  der Planung von Produktionsketten und deren Verflechtung gestoßen.  Allerdings ist es wohl safe zu behaupten, dass sich auf der Ebene der  Mittel die Lage seitdem recht grundsätzlich geändert hat, auch wenn  qualifizierte Einschätzungen des Potenzials der gegenwärtigen  Weltrechenpower für eine gesamtgesellschaftliche bedürfnisorientierte  Produktionsplanung weitgehend fehlen.<br />
Und zur Unterdrückung: Wie käme mensch darauf, wenn es um die  Befriedigung von Bedürfnissen gehen soll, Leute am Reisen oder Umziehen  zu hindern, wenn diese nicht gerade den Plan gefasst haben andere zu  schädigen? Dass Leute gerne reisen, ist umgekehrt Grund genug, die dafür  nötigen Mittel herzustellen. Und wenn Leute mit neuen Ideen oder  anderen Bedürfnissen zurückkommen? Was wäre denn schlimm daran? Wie käme  mensch gar darauf, Leute mit ihren Gedanken nicht ernst zu nehmen oder  sogar einzusperren, wenn sie Kritik üben, statt das zum Anlass zu nehmen  zu prüfen, ob manche Bedürfnisse vielleicht noch unten durchfallen,  obwohl sie anderen nicht grundsätzlich widersprechen.<br />
Bedürfnisse können natürlich kollidieren. Damit muss ein Umgang gefunden  werden. Nur es in der Weise zu »lösen«, prinzipiell die Willkür der  einen Individuen über die anderen walten zu lassen, widerspricht dem  Ernstnehmen der Einzelnen. Das gilt für die Willkür der privaten  Verfügung über Produktionsmittel und Arbeitskräfte ebenso wie für die  Monopolisierung der Entscheidungsmacht in einer Gesellschaft. Die  Notwendigkeit von Institutionen zur Lösung von Konflikten und zum Finden  von Entscheidungen, die die Gestaltung des Gemeinwesens betreffen,  ergibt sich aus der prinzipiellen Möglichkeit, dass Bedürfnisse in  Gegensatz geraten können. Nur ist es auch ein Unterschied ums Ganze, ob  ModeratorInnen und MediatorInnen gebeten werden, Aushandlungen zu  organisieren; Entscheidungsverfahren danach beurteilt werden, ob es  gelingt, die Gründe und Willen der Einzelnen zu berücksichtigen; Leute  damit beauftragt werden, Entscheidungsvorschläge möglichst transparent  und nachvollziehbar aufzubereiten, damit wirklich alle Betroffenen in  den gesellschaftlichen Entscheidungen vorkommen können, oder ob eine  durch Verfügung über einen eigenen Gewaltapparat verselbstständigte  Institution Souveränität über Land und Leute ausübt und jede Einbindung  der Regierten der Willkür dieser Institution vorbehalten bleibt.<br />
Wenn am Realsozialismus kritisiert wird, dass es sich um eine  Einparteien-Herrschaft gehandelt hat, dann ist das Problem an dieser  Kritik nicht die Ablehnung von Herrschaft, sondern die Vorstellung, die  Herrschaft bestünde darin, dass es nur eine Partei zur Auswahl gab. Für  eine kommunistische Gesellschaft braucht man keine neuen Menschen, schon  gar keine zum Sozialismus erzogenen, sondern Leute, die sich nicht  erziehen lassen wollen, die unterscheiden können zwischen einerseits dem  Eingehen von Kompromissen durch die Relativierung der eigenen  Bedürfnisse an denen anderer, und andererseits der Unterwerfung eigener  oder fremder Bedürfnisse. Das Tragische am bürgerlichen ebenso wie am  parteihörigen sozialistischen Bewusstsein ist, dass es sich die eigene  Unterwerfung als Kompromiss im eigenen Interesse verklärt. Es ist  verbreitet, in bestehende Institutionen einen anderen Zweck  hineinzudenken, als sie tatsächlich haben. Mensch kann das prüfen durch  Nachdenken darüber, erstens ob es nicht massenhafte Folgen dieser  institutionellen Mittel gibt, die dem vermeintlichen Zweck geradezu  entgegengesetzt sind, und zweitens ob einer nicht Einrichtungen  einfallen, die dem Zweck viel besser entsprächen. Wer meint, die  Marktwirtschaft hätte die Aufgabe, die Güter, die gebraucht werden, zu  produzieren, müsste sich eigentlich daran stoßen, dass zehntausende  Menschen täglich an Hunger sterben, obwohl problemlos genügend Nahrung  für die gesamte Weltbevölkerung hergestellt werden kann. Wer meint, der  Sozialstaat wäre da, um Leuten zu helfen, die vom Kapital nicht  gebraucht werden, müsste sich fragen, warum diese Leute so spärlich  abgespeist, auf dem Amt getriezt und bei Nichtunterwerfung mit Entzug  der »Unterstützung« bestraft werden.<br />
Nun gut, wenn mensch mal zugibt, dass nichts Notwendiges an den  fürchterlichen Entwicklungen der realsozialistischen Staaten ist,  sondern sich da bestimmte Leute mit bestimmten Politikansätzen und  bestimmten Entscheidungen durchgesetzt haben, während andere ignoriert,  verbannt, umgebracht wurden, gibt es nicht doch gute Gründe für die  Grausamkeiten, die im Namen des Kommunismus verübt wurden? Ist es nicht  möglicherweise rational, kommunistische Zwecke zu suspendieren, wenn die  Bedingungen für ihre gesellschaftliche Verwirklichung (noch) nicht  gegeben sind, und alles daran zu setzen, diese Bedingungen herzustellen,  auch wenn mensch dazu Mittel benutzt, die kommunistischen Zwecken  widersprechen? Also ArbeiterInnen vernutzen, damit sie in Zukunft nicht  mehr vernutzt werden; eine Herrschaft einrichten, damit in Zukunft  Herrschaft abgeschafft wird; Klassenjustiz ausüben, damit es in Zukunft  keine Klassenjustiz mehr gibt? Allgemein kann mensch schon Dinge machen,  an denen ihm nichts liegt oder die ihm nicht gefallen, um etwas anderes  zu erreichen. So ist das mit Mitteln. Aber im Mittel ist der Zweck  gerade nicht suspendiert. Und der kommunistische Zweck ist keiner, der  entweder gesellschaftlich durchgesetzt ist oder sonst gar keinen Sinn  hätte. Bedürfnisse ernst nehmen kann man, wenn auch mit größeren  Schwierigkeiten, auch dann, wenn Produktion und gesellschaftliche  Institutionen (noch) nicht nach diesem Zweck organisiert sind.  Staatliche Politik damit zu rechtfertigen, dass das irgendwann zum  Kommunismus führt, ohne klar zu sagen, was mensch darunter genauer  versteht und wie mensch sich den Weg dahin vorstellt, was die Kriterien  dafür sind, dem Ziel näher zu kommen, und vor allem, ohne die  Betroffenen zu fragen, ob sie die Entbehrungen überhaupt sinnvoll finden  und mittragen wollen, das bedeutet, den Zweck zu suspendieren, wenn es  denn ein kommunistischer gewesen sein sollte. Wer die Staatsmacht  übernimmt und keine ernsthaften Bemühungen anstellt, den Staat und die  damit verbundene Herrschaft aufzulösen, sondern von einem ominösen  Absterben des Staates spricht, das sich irgendwann schon einstellen  werde, kann nicht glaubwürdig von sich behaupten, einen kommunistischen  Zweck zu verfolgen, es sei denn, Kommunismus hätte eben eine andere  Bedeutung. Und so fraglich grundsätzlich schon die Entscheidung der  BolschewistInnen war, sich überhaupt auf staatliche Herrschaft  einzulassen, wäre es ja selbst darin durchaus möglich gewesen,  Bedürfnisse ernster zu nehmen und Leute von kommunistischen Zwecken zu  überzeugen, statt die Segnungen des Sozialismus zu rühmen; Zwecke,  Mittel und Kritik transparent und angstfrei zu diskutieren, Hierarchien  abzubauen, Unterwerfung zu kritisieren, statt den Mythos des guten  Führers zu fördern.<br />
Und soviel bleibt uns auch unter kapitalistischen Bedingungen: Leute für  den kommunistischen Zweck gewinnen, auf den dazu im Widerspruch  stehenden Zweck kapitalistischer Produktion aufmerksam machen, uns  Gedanken über Verfahren und Institutionen machen, die wirkliche Mittel  des gesellschaftlichen Ernstnehmens von Bedürfnissen wären, und in dem  bescheidenen Rahmen, den uns die widrigen Bedingungen lassen, unser  Leben und unsere Beziehungen zu anderen so einzurichten, dass  Bedürfnisse artikuliert und ausgehandelt werden können.</p>
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		<title>Andere Wege suchen - aber wohin?</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 14:22:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Texte]]></category>

		<category><![CDATA[Antikommunismus]]></category>

		<category><![CDATA[Gesellschaftliche Alternativen]]></category>

		<category><![CDATA[Kommunismusdebatte]]></category>

		<category><![CDATA[Neues Deutschland]]></category>

		<category><![CDATA[politische Zwecke]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Text wurde ursprünglich im Neuen Deutschland (02.04.2011) veröffentlicht (unter der etwas irreführenden von der Redaktion hinzugefügten Überschrift &#8220;Was Kommunisten wollen&#8221;):

Dafür oder – meist – dagegen: Alle hatten eine Meinung in der aktuellen Debatte um den Kommunismus. Auffälligerweise hielt es kaum jemand für nötig auszuführen, welcher Inhalt mit dem Begriff gemeint ist. Es sei eben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Text wurde ursprünglich im <a href="https://www.neues-deutschland.de/artikel/194563.andere-wege-suchen-aber-wohin.html#comments" target="_blank">Neuen Deutschland</a> (02.04.2011) veröffentlicht (unter der etwas irreführenden von der Redaktion hinzugefügten Überschrift &#8220;Was Kommunisten wollen&#8221;):<br />
</em></p>
<p>Dafür oder – meist – dagegen: Alle hatten eine Meinung in der aktuellen Debatte um den Kommunismus. Auffälligerweise hielt es kaum jemand für nötig auszuführen, welcher Inhalt mit dem Begriff gemeint ist. Es sei eben eine Utopie, der Aufbau einer besseren Welt oder die politische Agenda des real gescheiterten Sozialismus. Die Gesellschaft soll anders und besser werden, und Kommunisten versuchen das mit ganz radikalen Mitteln.</p>
<p>Peter Ruben erklärt (ND vom 8./9.1.2011): Kommunismus ist, wenn die Produktionsmittel Gemeineigentum sind. Das steht so immerhin im Kommunistischen Manifest. Und Erhard Crome, unter Bezug auf Ruben, fügt hinzu (ND vom 22./23.1.2011): Die Verfügung durch den Staat sei dann nur &#8220;folgerichtig&#8221;. Zu welcher Unterdrückung das geführt hat, muss man niemandem erklären. Linke sollten deswegen die Grundelemente moderner Gesellschaften (Eigentum, Markt, Staat) nicht abschaffen wollen, sondern vielmehr nutzen, um der Emanzipation diesmal wirklich auf die Sprünge zu helfen.</p>
<p>In dem Punkt ist man sich mit dem politischen Gegner einig. Auch der ist überzeugt, dass gesellschaftliche Planung der Produktion nur zu Terror und Unterdrückung des Einzelnen führen kann, und macht das Bekenntnis zu Eigentum und Markt zum Prüfstein demokratischer Gesinnung.<span id="more-310"></span></p>
<p>Doch bevor man über vermeintlich notwendige Folgen der kommunistischen Idee oder alternative Mittel zur ihrer Verwirklichung spricht, könnte man klären, welche politischen Zwecke denn verwirklicht werden sollen. Nur am Maßstab politischer Zwecke lassen sich gesellschaftliche Organisationsformen überhaupt auf ihre Brauchbarkeit prüfen. Nur so kann festgestellt werden, ob Mittel verfügbar sind, um diesen Zweck zu verwirklichen, oder ob man sich auf die Suche nach besseren Mitteln begeben möchte.</p>
<p>Eine kommunistische Gesellschaft wäre sinnvollerweise zu verstehen als eine, deren Produktion und gesellschaftlicher Verkehr den Zweck haben, die Bedürfnisse aller Einzelnen ernstzunehmen und möglichst zu befriedigen. Aus der Analyse der Funktionsmechanismen einer auf Privateigentum basierenden Ökonomie schließen Kommunistinnen, dass diese einer ernsthaften Berücksichtigung der Bedürfnisse aller entgegensteht: Durch die private Verfügung über von allen benötigte Produktionsmittel werden systematisch Interessengegensätze eingerichtet, ein Zwang zur Konkurrenz, ein privates Kommando über fremde Arbeit und der Ausschluss aller nicht Zahlungsfähigen von Mitteln zur Bedürfnisbefriedigung. Will man diese Folgen nicht, braucht man einen grundlegend anderen - kollektiven - Mechanismus gesellschaftlicher Koordination und Verteilung.</p>
<p>Damit ist noch nicht gesagt, wie eine kollektive Verfügung über die Produktionsmittel  organisiert werden kann, damit tatsächlich alle mit ihren Wünschen und Bedürfnissen Berücksichtigung finden. Inwiefern aber wäre es von diesem Zweck ausgehend &#8220;folgerichtig&#8221;, wie Crome schreibt, sich des Instruments Staat zu seiner Durchsetzung zu bedienen und in der &#8220;Abschaffung von Freiheit und Demokratie&#8221; das Mittel zu sehen, dies zu verwirklichen? Müsste man nicht im Gegenteil festhalten, dass das Ernstnehmen von Bedürfnissen gerade die wirklich verallgemeinerte freie Entfaltung der Einzelnen bedeutet - also das, was die Ideologen der Marktwirtschaft fälschlich dieser zugutehalten? Und dass Bedürfnisse nur dann eine Rolle spielen können, wenn sie frei geäußert werden und wenn gemeinsame Angelegenheiten in kollektiven Aushandlungsprozessen geregelt, statt von übergeordneten Instanzen (seien es Staaten oder private Eigentümer) verfügt werden? Bedürfnisse sind nicht einfach ein von außen zu ermittelnder Güterbedarf, sondern was die Einzelnen tatsächlich brauchen oder wünschen, können sie nur selber feststellen. Eine Gesellschaft mit dem Ziel der Bedürfnisbefriedigung, müsste sich also zuvorderst darum bemühen, Mittel und Wege zu schaffen, die allen die freie Äußerung ihrer Bedürfnisse ermöglichen.</p>
<p>&#8220;Folgerichtigkeit&#8221; ist eine auch unter Antikommunisten beliebte Denkfigur, die die Geschichte in Notwendigkeiten verwandelt. Aber es sind immer noch die in die Geschichte involvierten Akteure, die unter bestimmten Bedingungen ihre eigenen Folgerungen ziehen und danach handeln (vgl. Helmut Bock zum Kronstädter Aufstand, ND vom 5./6.3.2011). Inwiefern da &#8220;richtig&#8221; gefolgert wurde, muss sich an Zwecken messen.</p>
<p>Was ist also folgerichtig an einer Militarisierung der Arbeit, wie sie Lenin und Trotzki, obwohl aus Not eingeführt, dann zur vollkommenen Verkörperung des Sozialismus erklärt haben? Dies entspringt dem Gedanken, alle sollten sich gleichermaßen an der Arbeit beteiligen oder dass der Profit nicht in private Hände fließen soll, aber das ist ein anderer Zweck als das Ernstnehmen von Bedürfnissen. Im Kommando über Arbeit (sei es staatlich, sei es privat) spielen die Bedürfnisse der Kommandierten per Definition keine Rolle.</p>
<p>Wer aber das Kommando über fremde Arbeit will, dem bleibt in Abwesenheit von privater Verfügung über die Produktion tatsächlich nur direkter Zwang. In einer Marktwirtschaft geht das eleganter: Von den Mitteln des täglichen und sonstigen Bedarfs per Privateigentum an den Produktionsmitteln ausgeschlossen, unterwirft sich die Mehrheit &#8220;freiwillig&#8221; fremdem Kommando. Wer sonst kein Vermögen hat, verkauft aus Mangel an Alternativen sein Arbeitsvermögen, um Tauschwerte für die benötigten Güter zu erlangen, und hat damit qua Verkauf die Verfügung über die eigene Arbeitskraft an den Käufer abgetreten. Da die verkaufte Arbeitszeit jedoch zugleich die Lebenszeit der daran hängenden Menschen ist, hieße eine Orientierung der Produktion an Bedürfnissen, die Menschen auch in der Arbeit als Menschen zu rehabilitieren – als ernstzunehmende vernunftbegabte Subjekte, die über ihre eigenen Angelegenheiten selbst entscheiden und, soweit davon auch andere betroffen sind, sich kollektiv mit diesen anderen einigen können.</p>
<p>Aber gibt es überhaupt Mittel, eine Gesellschaft so zu organisieren, dass die Bedürfnisse aller tatsächlich berücksichtigt werden? Die gängige linke Antwort heute ist ein politisch regulierter Markt. Selten wird jedoch gefragt, wieweit er diesem Ziel überhaupt dienlich sein kann. Märkte organisieren die Verteilung von Gütern einer Gesellschaft in der Form des Tauschs. Sie setzen also Akteure mit ausschließlicher Verfügung über einen Teil der Güter voraus und bringen damit eine Logik der gegenseitigen Erpressung mit dem Bedarf der jeweils anderen in die Welt. Märkte verwandeln Bedürfnisse in Interessengegensätze und Konkurrenz. Da schafft auch eine Arbeiterselbstverwaltung - wie man im sozialistischen Jugoslawien sehen konnte - keine Abhilfe, und politische Regulierung kann allenfalls abmildern, was die ökonomischen Prinzipien hervorbringen.</p>
<p>Christian Siefkes (ND vom 5./ 6.3.2011) gehört mit seinen an der Entwicklung freier Software orientierten Überlegungen zur materiellen Gemeingüterproduktion zu den wenigen, die sich aktuell Gedanken über eine bedürfnisorientierte Ökonomie jenseits von Markt und Staat machen. In den technischen Fortschritten bei der Automatisierbarkeit und Dezentralisierbarkeit der Produktion sieht er den Kapitalismus immer bessere Möglichkeiten seiner eigenen Aufhebung hervorbringen. Doch des Problems der Koordinierung von Produktionseinheiten, d.h. der Planung von Produktionsketten und -kreisläufen, ist man damit nicht enthoben. Eine komplexe Produktion entsteht nicht von allein, sondern benötigt eine Koordination der verschiedenen Produktionsschritte. Soll diese Koordination nicht über einen Markt erfolgen, muss sie bewusst vorgenommen werden. Bedauerlicherweise geistern bei dem Wort Planwirtschaft noch immer die Bilder einer staatlich betriebenen Ökonomie durch die Köpfe, die nach den Bedürfnissen nicht sonderlich fragte; die das Wertgesetz, statt es abzuschaffen, besser verwirklichen wollte als der Kapitalismus; und die zur Ankurbelung der Produktivität Interessengegensätze zwischen Planungsbüro, Betriebsleitungen und Arbeiterschaft installierte. Was immerhin die Organisation und Planung der Produktion angeht, gibt es inzwischen andere und bessere Mittel. Dass die ökonomische Planung nicht kollektiv durch die  Verbraucherinnen und Betriebe erfolgen kann, ist nicht unmittelbar ersichtlich. Wie allerdings eine solche Planung stattfinden könnte, wäre ein lohnender Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzung. Ob sich die Bedingungen für eine Produktion für Bedürfnisse so vollkommen geändert haben, wie die modernen Informationstechnologien den Anschein erwecken, bedürfte einer genaueren Überprüfung. Denn die planvolle Koordination einer gesamten Ökonomie hat eine andere Stufenleiter als die informationstechnologisch durchdrungenen Lieferketten im Kapitalismus. Doch dass es ein Leichtes geworden ist, individuelle Bedürfnisse bekannt und Produktionsvorgänge transparent öffentlich zu machen, und dass die für Planung notwendigen Mittel der Informationsverarbeitung sich potenziert haben, sollte unbestritten sein.</p>
<p>Kommunistinnen sind also nur so radikal, zu fordern, dass die Bedürfnisse aller zählen sollen. Und finden es deswegen vernünftig, sich Gedanken zu machen, wie man die dafür nötigen Güter kooperativ produzieren kann, statt sich in permanentem Gegensatz zueinander und in gesellschaftlich produzierten &#8220;Sachzwängen&#8221; aufzureiben.</p>
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		<title>Kommunismus - eine Klarstellung</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 08:20:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[In der Öffentlichkeit gibt es gerade eine wilde Entrüstung, wie man als aufgeklärter und einigermaßen humanistisch eingestellter Mensch denn öffentlich über Wege zum Kommunismus nachdenken könne. Wir tun das auch, und denken, dass man - Scheinheiligkeit der öffentlichen Diskussion hin oder her - doch noch mal ganz klar sagen sollte: Wir wissen, was in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Öffentlichkeit gibt es gerade eine wilde Entrüstung, wie man als aufgeklärter und einigermaßen humanistisch eingestellter Mensch denn öffentlich über Wege zum Kommunismus nachdenken könne. Wir tun das auch, und denken, dass man - Scheinheiligkeit der öffentlichen Diskussion hin oder her - doch noch mal ganz klar sagen sollte: Wir wissen, was in der Sowjetunion und den anderen realsozialistischen Ländern passiert ist beim Versuch der Errichtung einer kommunistische Gesellschaft. Wir kennen den stalinistischen Terror, die Millionen Toten (unter denen nicht zuletzt zahlreiche Kommunistinnen und Jüdinnen waren), wir kennen die Gulags, und wir kennen die bürokratischen Herrschaftsapparate in den sich als realsozialistisch bezeichnenden Staaten. Das ist ganz sicher keine wünschenswerte Gesellschaft. Schon allein deshalb, weil eine Verstaatlichung der Produktion, so dass dann alle unter dem Kommando des Staates statt dem der verschiedenen Privateigentümer arbeiten, kein Schritt in Richtung einer emanzipatorischen Gesellschaft ist, sondern nur eine andere Form gesellschaftlicher Herrschaft. Insofern waren die realsozialistischen Länder auch nicht &#8220;auf halbem Wege&#8221; zu Kommunismus und haben auch keinen Schritt in die richtige Richtung unternommen.</p>
<p>Der Streit geht also nicht darum, ob man den autoritären Sozialismus wiederhaben möchte, sondern darum, ob jegliches Projekt einer herrschaftsfreien Gesellschaft notwendig in noch schlimmerer Herrschaft als der von Markt und liberalem Staat enden muss.<span id="more-291"></span> Und ob man deswegen besser gar nicht über Alternativen zur bestehenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung nachdenken sollte.</p>
<p>Leben wir tatsächlich schon in der besten allen möglichen Gesellschaften? Das fällt selbst entschiedenen Anti-Kommunisten schwer zu glauben. Verbesserungsvorschläge und Beschwerden werden in großer Menge geäußert, und je später der Abend und je mehr Eckkneipe, desto entschiedener. Die entscheidende Frage nach den Ursachen der beklagten Missstände von Armutslöhnen über Wirtschaftskrisen, die eigene Bedeutungslosigkeit und die Wirkungslosigkeit von Besserungsversprechen der Politik wird allerdings selten gestellt, vor allem selten ernsthaft gestellt. Dass mit der marktwirtschaftlichen Ordnung ein Mechanismus installiert ist, der notwendig Konkurrenz (und damit Konkurrenzverlierer!), Armut und Ausbeutung als seine Funktionsbedingungen hervorruft - das kann nicht sein, weil das nicht sein darf. Denn wenn man darüber nachdenken würde, das abzuschaffen - es durch eine kooperative Art des miteinander Wirtschaftens zu ersetzen - wäre man dann nicht beim Nachdenken über eine (man traut es sich kaum laut zu sagen) kommunistische Gesellschaft?</p>
<p>Eine Gesellschaft, die auf Konkurrenz der Menschen unter einander und auf Ausschluss durch Privateigentum beruht, sei aber - praktische Erkenntnis der herrschenden Wirtschaftswissenschaft - die dem Menschen gemäße Form, die gesellschaftliche Arbeitsteilung zu regeln. Eine kooperative Art, gesellschaftlich die Befriedigung der Bedürfnisse aller zu organisieren, müsse notwendig gegen die Menschen durchgesetzt werden, und also Herrschaft, eine noch schlimmere als die von Markt und Kapital, hervorbringen.</p>
<p>Warum soll eine kooperative Gesellschaft nur gegen die Interessen der Einzelnen möglich sein? Warum sollen sich die Menschen nicht einigen können, ihre Gesellschaft anders als über Markt und Eigentum zu organisieren, wenn die Mehrzahl der Menschen sich einig wäre, dass es völlig absurd und menschenunwürdig ist, die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen von deren Erfolg in der Konkurrenz untereinander abhängig zu machen, einer Konkurrenz, die mit Notwendigkeit Verlierer produziert, die mit Armut, Sorgen um ihre Existenzsicherung, Ausgrenzung vom gesellschaftlichen Leben, schlechter Bildung, schlechterer Gesundheit und der Beschimpfung als faule Unterschicht für diese angeblich so raffinierte gesellschaftliche Einrichtung zahlen müssen. Und selbst die vermeintlichen Gewinner, denen es materiell halbwegs gut geht, zahlen mit Erschöpfung bis zum Burnout, Zeitmangel, armseligen zwischenmenschlichen Beziehungen und einer quälenden Sinnlosigkeit. Selbst wenn man sich also einig wäre, dass es anders gehen muss und gehen soll, selbst dann soll es nicht möglich sein? Warum nicht?</p>
<ul>
<li>Weil Menschen nicht dazu fähig sind, sich kooperativ zu verhalten, weil sie von ihrer Natur (und natürlich nicht den gesellschaftlichen Konkurrenzmechanismen!) dazu getrieben werden sich egoistisch und rücksichtslos gegen andere zu verhalten, und deswegen alle anderen immer über den Tisch zu ziehen versuchen würden? (Oder war es nicht doch gerade die raffinierte Idee, die Gesellschaft so einzurichten, dass sich strecken muss, wer an die Trauben kommen will, und deswegen alle am Fuß des Weinstocks schubsen und drängeln, um ihren Teil abzubekommen?)</li>
</ul>
<ul>
<li>Kann man sich gar nicht vorstellen, dass sich Menschen vernünftig überlegen könnten, was sie gemeinschaftlich herstellen wollen, wenn ihnen nicht der Markt oder der Staat sagen, was sie brauchen und wollen? Kann man Leute im Zeitalter von Internet und Versandservices nicht einfach fragen, was sie brauchen? Oder glaubt einer, dann würden alle nur Playstations und Videorekorder bestellen, und vergessen, dass auch Nahrungsmittel, und zwar nicht nur Schokolade, hergestellt werden sollten? Und würden dann letztlich alle vor ihren Playstations verhungern müssen? (Dass Leute ihren Bedarf halbwegs planen können, zeigen sie zum Glück auch immer, wenn sie aus dem Supermarkt mit Brot und Wurst und Saft zurückkommen und nicht wieder nur Kaugummis und Rennautos eingekauft haben.)</li>
</ul>
<ul>
<li>Oder vielleicht weil man sich nicht vorstellen kann, wie eine Einigung zwischen 7 Milliarden Menschen konkret stattfinden kann, so dass tatsächlich alle mit ihren Bedürfnissen in der gesellschaftlichen Planung Berücksichtigung finden? Dann wäre das allerdings ein Grund sich genau über solche Formen Gedanken zu machen, zu diskutieren und zu experimentieren, und keineswegs Grund, die Frage nicht zu stellen!</li>
</ul>
<p>Seltsamerweise will kaum eine der entschiedenen Kritikerinnen des Realsozialismus und Stalinismus Genaueres über die Ursachen des Scheiterns wissen. Wie kommt es denn, dass aus einer emanzipatorischen Idee, die Gesellschaft um die Befriedigung der Bedürfnisse aller und um Selbstbestimmung zu errichten, eine brutale Herrschaft wird? Der Zusammenhang wird als selbstverständlich oder zumindest naheliegend unterstellt, und muss deshalb nie ausgeführt und auch nie historisch untersucht werden.</p>
<p>Würde man sich tatsächlich für diese Zusammenhänge interessieren, könnte einem eine Menge auffallen am &#8220;Befreiungskonzept&#8221; der realsozialistischen Kommunistischen Parteien. Ein historischer Fortschritt zu einer &#8220;höheren&#8221; Gesellschaftsordnung, der sich unaufhaltsam durchsetzt, und den man nur auszuführen habe? Wer sich da dem historischen Fortschritt in den Weg stellt, und sei es nur mit abweichenden Ansichten (&#8221;Will der vielleicht auf den falschen Weg führen?&#8221;) oder einem &#8220;fortschrittsverzögernden&#8221; Diskussionsbedarf, der ist schnell Feind des historischen Fortschritts, und deswegen für den Weg zum Sozialismus aus dem Weg zu räumen. Auch könnte einem auffallen, dass die Partei extrem hierarchisch organisiert war und dass, wer nicht in der Nähe des Politbüros war, die Beschlüsse der Genossen Führungsspitze, die in engerem spirituellen Kontakt zu den &#8220;historischen Notwendigkeiten&#8221; standen, auszuführen hatte und auch auszuführen bereit war. Wieso haben das die Parteimitglieder eigentlich von Anfang an mitgetragen? Und was für ein Konzept von Befreiung der Arbeit ist es, das Kommando über die Arbeit von den Privatkapitalisten einfach an den Staat zu übertragen, in der Hoffnung, dass ein kleines unbedeutendes Rädchen im Staatsbetrieb zu sein mehr mit der Individualität des Arbeitenden zu tun hat, als Rädchen im Privatbetrieb zu sein? Gut, die Gewinne gehen an den Staat in einer verstaatlichten Ökonomie, und darüber kann potentiell gesellschaftlich verfügt werden. Doch wenn an der Entscheidung, wie Politik und Produktion auszusehen haben, die einzelnen Bürger kein Wort mitzureden haben, dann bleibt nur, auf einen weisen, milden Herrscher zu hoffen.</p>
<p>Nein, es gibt gute und wichtige Gründe, den Realsozialismus zu kritisieren und abzulehnen, schon von seinem Ausgangspunkt her - und nicht erst anhand der daraus entstandenen Folgen! Aber das ist überhaupt kein Grund die herrschende kapitalistische Ordnung nicht überwinden zu wollen, sondern vielmehr Grund, nach einer wirklich demokratischen, herrschaftsfreien Überwindung zu streben. Und darüber, wie man dahin kommt, muss man eben diskutieren!</p>
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		<title>Was aber ist der Kommunismus?</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 10:37:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Kein Gulag, keine Stasi, kein Personenkult
kein Arbeitsfetisch, keine Zwangsarbeit
keine Unterdrückung, keine Unterwerfung
kein Proletariat, kein Einheitsdress
kein Herrschaftsprotz und keine alte Leier
keine leeren Regale, keine Rituale
Kommunismus bedeutet&#8230;
Bedürfnisse befriedigen statt sie auszunutzen
Lebenszeit verschönern statt Arbeitszeit steigern
füreinander produzieren statt gegeneinander konkurrieren
mitentscheiden statt kommandiert werden
mitgestalten statt regiert werden
für Menschen statt Nationen
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="line-height: 100%;">Kein Gulag, keine Stasi, kein Personenkult<br />
kein Arbeitsfetisch, keine Zwangsarbeit<br />
keine Unterdrückung, keine Unterwerfung<br />
kein Proletariat, kein Einheitsdress<br />
kein Herrschaftsprotz und keine alte Leier<br />
keine leeren Regale, keine Rituale</p>
<p style="line-height: 100%;">Kommunismus bedeutet&#8230;</p>
<p style="line-height: 100%;">Bedürfnisse befriedigen statt sie auszunutzen<br />
Lebenszeit verschönern statt Arbeitszeit steigern<br />
füreinander produzieren statt gegeneinander konkurrieren<br />
mitentscheiden statt kommandiert werden<br />
mitgestalten statt regiert werden<br />
für Menschen statt Nationen</p>
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		<title>Spinner, Utopisten, Antikommunisten</title>
		<link>http://www.paeris.net/wie-ueber-kommunismus-reden/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 10:04:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Institutionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gegen das Festhalten am Bilderverbot und für eine Verständigung über Kommunismus
Dieser Text wurde ursprünglich in der Phase 2 Nr.36/2010 veröffentlicht.
 
Wie  war das noch mal damals, Mitte, Ende der neunziger Jahre? Mit dem  Selbstverständnis des Teils der Linken, aus dem wir herkommen? Man war  und nannte sich KritikerIn. Man nannte das sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="gross"><strong>Gegen das Festhalten am Bilderverbot und für eine Verständigung über Kommunismus</strong></p>
<p class="gross"><em>Dieser Text wurde ursprünglich in der <a href="http://phase2.nadir.org/" target="_blank">Phase 2</a> Nr.36/2010 veröffentlicht.</em></p>
<p class="gross"><strong> </strong></p>
<p>Wie  war das noch mal damals, Mitte, Ende der neunziger Jahre? Mit dem  Selbstverständnis des Teils der Linken, aus dem wir herkommen? Man war  und nannte sich KritikerIn. Man nannte das sogar einen Beruf. Und der  war so sehr ernst und wichtig, dass beim Aussprechen dieser  Berufsbezeichnung schon mal ein Schauer über den Rücken laufen konnte.  Das war schön. Die eigene objektive gesellschaftliche Irrelevanz ließ  sich in eine Stärke und Überlegenheit verwandeln: Man wusste etwas, das  andere, die Bürger und die, die sich nicht Kant-Hegel-Marx-Adorno, oder  auch den Gegenstandpunkt »draufgeschafft« hatten, nicht wussten: dass  diese Gesellschaft die falsche ist, und vor allem, warum sie das ist. Den NovizInnen in diesen Kreisen, die naiv davon ausgingen, dass Politik  nicht nur mit Wissen, sondern auch etwas mit Zwecken zu tun hat, und  die absurde Frage stellten: »Was eigentlich wollt ihr denn?«, wurden  Texte zu der Frage angedreht, ob und wie in Marx&#8217; Kritik der politischen  Ökonomie, Analyse und Kritik unmittelbar identisch sind. Dass es sich  bei der Kritik schon um den ganzen und einzigen Zweck handelte, stand  nicht im Ernst zur Debatte.<br />
Die Sache mit dem Selbstverständnis sieht anders aus, wenn man nicht in  erster Linie etwas anderes als der Rest der Welt weiß (das auch noch  Niveau hat!), sondern vor allem etwas anderes als der Rest der Welt  will.<span id="more-254"></span> Wenn man nicht mehr sagt: »Ich habe eine auf objektiver Erkenntnis  beruhende Kritik, und aus der folgt nun mal – ob ich oder die Welt das  nun will oder nicht –, dass das Privateigentum an Produktionsmitteln  abzuschaffen ist.«, sondern stattdessen viel hilfloser: »Wenn es auch  niemand teilt, ich vertrete folgenden politischen Zweck: Eine auf  Selbstbestimmung und freier Kooperation beruhende, am Maßstab von  Bedürfnissen produzierende Planwirtschaft.« Und wenn man auf die Frage,  wie man sich das denn vorstelle (schliesslich sei das alles längst  widerlegt), nicht sagt: »Zuerst kommt die Kritik, also lies erstmal das  Kapital.« Sondern kleinlaut: »Hhm&#8230;das weiß ich auch nicht so genau.«  Dann stellt sich auf einmal mit ziemlicher Dringlichkeit die Frage nach  möglichen Organisationsprinzipien einer kommunistischen Gesellschaft  und, weil man es ja ernst meint, auch die nach deren  Realisierungsbedingungen. Sowohl für die eigene Vergewisserung als auch  um anderen auf die Frage, wie es gehen könne, eine Antwort geben zu  können. Bei der Beschäftigung mit ebendieser wird man dann damit  konfrontiert, dass die Gewissheit, dass solche Fragen nur etwas für  Spinner oder Leute, die das Kapital nicht verstanden haben sind, nach  wie vor sehr gängig ist. Wir haben also ein paar der immer  wiederkehrenden Einwände gegen die affirmative Befassung mit dem Thema  Kommunismus zusammengeklaubt, um sie in Grund und Boden zu kritisieren.</p>
<p><em>1. »Wir wissen doch von Adorno, dass man sich von der befreiten  Gesellschaft kein Bild machen soll: Über die Negation des Negativen  hinauszugehen bedeutet, den Kommunismus in Vorstellungen zu kleiden, die  durch das bestehende Negative (Kapitalismus usw.) bedingt sind.«</em></p>
<p>Die Überzeugungskraft dieses Topos speist sich aus einer fragwürdigen  Voraussetzung: Dass es bei der befreiten Gesellschaft um das ganz Andere  zu gehen hat. Das klingt zum Beispiel so: »Die Geschichte als  revolutionäre Praxis ist mitnichten die ewige Wiederkehr des Gleichen,  sondern der Vorstoß ins Noch-nie-Dagewesene, ins Unbegriffene,  Bilderlose, ja, ins Offene und ins Neue […].« Weil man dieses  Unbegriffene ja aber doch wollen können muss, muss es irgendeinen Inhalt  haben, und das geht so: »Allein deshalb, weil das, was ist,  unvollständig ist, kann die negative Utopie als konkrete Utopie  begründet werden; damit, dass eben das, was ist, nicht sein soll.«<sup><a name="o1"></a><a href="http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=800&amp;print=#u1">(1)</a></sup> Der Inhalt der Konkretion der Utopie ist also die Negation des Negativen.<sup><a name="o2"></a><a href="http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=800&amp;print=#u2">(2)</a></sup> Utopie hat es nicht mit so etwas Schnödem wie Organisationsformen zu  tun, etwa mit der Frage, wie eine hochgradig arbeitsteilige Produktion  sinnvoll geplant werden kann, sondern mit dem »Nichtidentischen«.<sup><a name="o3"></a><a href="http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=800&amp;print=#u3">(3)</a></sup> Dieses ganz Andere, Begriffslose, Bilderlose können wir nicht  antizipieren. Es lässt sich aber die Frage stellen, wer hoffentlich  irgendwann mal den Kapitalismus abschafft und in irgendeinem Prozess so  etwas wie Kommunismus hervorbringt. Diese Bewegung hätte es doch  zunächst mit Bedingungen zu tun, die den heutigen in vieler Hinsicht  gleich bzw. nicht ganz unähnlich wären (Kapital/Lohnarbeit, Staat u.a.).  Sollte diese wirkliche Bewegung dann nicht möglichst davon abgehalten  werden, irgendetwas Verrücktes (Revolution) zu tun, und zwar mit dem  Argument: Wenn sie sich einbildet, sie könnte aus der Negation des  Negativen etwas Positives folgern, verfälsche sie nur das  Nichtidentische? Nein, und zwar deshalb nicht, weil es nicht um das ganz  Andere oder das Nichtidentische geht und ganz bestimmt nicht um die  Abschaffung von Leid. Es geht um die Abschaffung bestimmter  Herrschaftsverhältnisse (die Leid hervorbringen) und die Schaffung von  Organisationsformen, die Selbstbestimmung ermöglichen (womit hoffentlich  bestimmtes Leid nicht mehr hervorgebracht wird, oder doch wenigstens  deutlich weniger). Zum Beispiel könnte es um die Ersetzung des Marktes  durch gesellschaftliche Kooperation und Planung gehen; zum Beispiel  darum, dass niemand mehr hungern muss; zum Beispiel darum, die Trennung  von körperlicher und geistiger Arbeit, oder, etwas realistischer, deren  Verteilung auf verschiedene Bevölkerungsgruppen soweit wie möglich  aufzuheben. Wenn sich die wirkliche Bewegung dann fragt: »Wie machen wir  denn das?«, wird sie nicht unbedingt in einer privilegierteren Position  als wir heute sein, um darauf Antworten zu finden. Das Wahrscheinliche  ist doch, dass erstmal Überlegungen, die dazu schon vorher in der Welt  waren, aufgegriffen, modifiziert und den gegeben Bedingungen angepasst  werden würden. Die Abschaffung von Leid kann genauso wenig wie das ganz  Andere ein politischer Zweck sein, weil dafür nämlich in der Tat  keinerlei Realisierungsbedingungen anzugeben sind. Wie muss eine  Gesellschaft aussehen, damit eine nicht erwiderte Zuneigung kein Leid  mehr bedeuten? Und überhaupt, wie fühlen sich Menschen unter wesentlich  anderen Bedingungen? Wie ändert sich das Geist-Körper-Verhältnis? Und  wollen Menschen dann den ganzen Tag auf dem Wasser liegen, oder sich  lieber innerhalb irgendeiner sinnvollen Tätigkeit selbst verwirklichen?  Wären das die zu beantwortenden Fragen, dann hätte das Bilderverbot  tatsächlich einen gewissen Sinn. Man kann das alles nicht wissen. Aber  statt deshalb das Offene, Neue, ganz Andere anzubeten, folgt daraus,  dass man seine politischen Ziele nicht daran knüpfen sollte. Man sollte  nicht, statt über Dringlichstes zu reden (Abschaffung von Hunger,  Reduktion der Arbeitszeit, Schaffung von besseren Arbeitsbedingungen,  Abschaffung von Hausarbeit, Kollektivierung von Erziehung, die Schaffung  von politischen Organisationsformen, innerhalb derer diejenigen  Menschen die von einer Entscheidung betroffen sind, diese auch treffen  …), sich an der Vorstellung einer befreiten Gesellschaft im Jenseits  erbauen. Man sollte sich auf diese (geschichts-)philosophisch bis  theologische Art über Kommunismus zu reden nicht einlassen und sie durch  eine politische ersetzen.</p>
<p><em>2. »Prinzipiell nichts gegen Bilder, aber zurzeit steht so etwas nicht  an. Denn die Voraussetzung dafür, dass dabei nicht lauter falsche  Projektionen herauskommen, ist die richtige Kapitalismuskritik. Solange  die nicht geteilt wird, ist deren Verbreitung unsere Aufgabe und sonst  nichts.«</em></p>
<p>Jein. Wer das Finanzkapital als Feind identifiziert, wird auf eine  andere Antwort kommen als die, dass das Kapital das Problem ist. Und wer  meint, dass Konkurrenz aus der Natur des Menschen herrührt, wird kaum  einen Grund sehen, den Markt durch Planung zu ersetzen. Deshalb ist  Kapitalismuskritik unerlässlich. Aber diese Tatsache legt durchaus keine  Reihenfolge innerhalb eines Überzeugungsprozesses fest. Hierfür kann  auch das, was aus der Kritik folgt, konstitutiv sein. Wer die Gewissheit  hat zu wissen was daraus folgt, nämlich entweder stalinistischer Terror  oder gar nichts, weil alles andere ein Wolkenkuckucksheim ist, kann auf  dieser Grundlage zurecht sagen: »Ich kritisiere doch auch nicht den  Regen, obwohl ich ihn nicht mag. Klar ist Kapitalismus nicht so toll,  aber wenn es keine bessere Alternative gibt, muss ich mich nicht damit  auseinandersetzen, was genau ihn so abschaffungswürdig macht. Lieber  denke ich über Reformen nach, die das Leben von Menschen im hier und  jetzt wenigstens ein bisschen verbessern.« Dieses Bedürfnis zu wissen,  was aus der Kritik folgen könnte, bevor man sich auf die Analyse des  Kapitalismus voll eingelassen hat, wäre allerdings ein falsches, wenn  der Zusammenhang zwischen Analyse, Kritik und den Überlegungen zu  möglichen Organisationsprinzipien einer befreiten Gesellschaft so eng  wäre, wie es der Einwand unterstellt. Aber einerseits kann man  Überlegungen zur Gestaltung einer Planwirtschaft durchaus  nachvollziehen, ohne vorher die Gesetze es Marktes verstanden zu haben.  Andererseits klärt die Analyse des Kapitalismus nicht unmittelbar, was  die »richtige« Kritik und deren Konsequenzen sind. Ob beispielsweise den  VerfechterInnen des Kommunismusmodells parecon (participatory  economics) zuzustimmen ist, dass Gerechtigkeit eines der obersten  Prinzipien einer befreiten Gesellschaft sein muss, entscheidet sich  nicht an der Analyse des Ausbeutungsverhältnisses.</p>
<p><em>3. »Wir können doch denen, die möglicherweise mal die Revolution machen werden, nicht vorschreiben, was sie zu tun haben!«</em></p>
<p>Stimmt, das können und wollen wir nicht. Uns geht es zunächst mal darum,  eigene Zwecke und deren Realisierungsbedingungen – denn von denen  hängen Zwecke schließlich auch ab – für uns zu klären und wenn es gut  läuft, das mit möglichst vielen anderen zu diskutieren, sie zu  überzeugen oder von ihnen überzeugt werden. Das hat mit Vorschreiben  nicht viel zu tun. Komisch ist doch, dass es immer die anderen sind, die  es wissen dürfen und müssen. Wer sind denn die anderen? Die noch mehr  Ausgebeuteten? Die weniger Gebildeten? Oder gar die noch Unfreieren, die  gar nicht die Möglichkeit haben, so etwas zu artikulieren? Die, die im  historischen Jenseits einmal die »wirkliche Bewegung« bilden? Warum  gehören wir denn selber nicht dazu, warum nimmt man sich da immer raus?  Wir wollen Teil dieser Bewegung sein, wenn es sie einmal geben sollte  und wir noch leben. Nicht erst dann, sondern ab sofort müssen wir uns  Gedanken machen, wie man es organisieren kann, dass nicht diejenigen die  mehr wissen, oder eloquent reden können, oder mehr Zeit haben, oder  männlich sind bestimmen wo es lang geht. Die Ablehnung einer elitären  Avantgarde, von der dieser Einwand herrührt, ist kein Gegenargument,  sondern vielmehr ein entscheidender Grund sich mit der Frage  vernünftiger Organisationsformen zu befassen.</p>
<p><em>4. »Man kann doch eine Gesellschaft nicht am Reißbrett entwerfen! Die  wirkliche Geschichte läuft anders, als sich das irgendwer in ihrem  Kämmerlein ausdenkt.«</em></p>
<p>Dieser Einwand scheint so unmittelbar einzuleuchten, dass man nie  erfährt, was damit genau gemeint ist. Oder ist gemeint, dass Einzelne  (unter anderem) aufgrund von Gedanken, Zwecken, Ideen handeln, aber das  für »die Geschichte« zumindest für historisch Neue nicht gilt? Auch hier  reicht vielleicht der schlichte Hinweis auf die Französische und  Russische Revolution. Offensichtlich hat das, was sich Leute vorher  überlegt hatten eine Rolle gespielt. Nachvollziehbar wäre der Einwand in  folgender Fassung: Ideen sind nicht das Einzige, was da bestimmend ist.  So sehr die marxistischen ökonomischen Theorien der zwanziger Jahre für  die Russische Revolution bestimmend waren, so wenig ist die Praxis der  Revolutionäre schlicht auf sie zurückzuführen. Denn plötzlich gab es  Bedingungen, die von der Theorie nicht nur nicht vorgesehen waren,  sondern die der Umsetzung der Theorie (wie fragwürdig die teilweise auch  gewesen sein mag) tatsächlich im Weg standen. Man kann eine  Gesellschaft nicht am Reißbrett entwerfen. Wer das aber für einen  Einwand hält, schätzt den Sinn der Beschäftigung mit Kommunismus falsch  ein. Es geht nicht darum, sich individuell als GesellschaftsingenieurIn  zu betätigen. Es geht um die Verständigung über Zwecke, darum der These  »Kommunismus ist möglich« etwas Substanz zu verleihen, indem man das  modellhaft zeigt; und auch darum, dass es in einer revolutionären  Situation (ob in zehn, fünfzig oder fünfhundert Jahren) bestimmt nicht  schaden würde, wenn auf eine möglichst reichhaltige, reflektierte  Tradition des konkreten Nachdenkens über kommunistische  Organisationsformen zurückgegriffen werden könnte.</p>
<p><em>5. »Von mir aus kann man über diese Dinge ja nachdenken, aber ich sehe  nicht die Relevanz. Dass ihr die seht, liegt wohl daran, dass ihr euch  das alles viel zu kompliziert vorstellt. Die Revolution ist die  Abschaffung aller Antagonismen, die Konflikte a) notwendig und b)  unlösbar machen. Wenn es also mal Uneinigkeiten geben sollte, dann setzt  man sich einfach zusammen. Aber das meiste ist dann ohnehin technischer  Natur: Verwaltung der Sachen statt Politik.«</em></p>
<p>Wenn nicht gerade die Verwechslung einer Gesellschaft mit einer WG der  Grund für diese Überzeugung ist, dann ist es meist genau jene  Verschiebung des Kommunismus in ein Jenseits, die im Hintergrund steht.  Im Kommunismus gibt es die Aufteilung in Freizeit und Arbeit nicht  mehr,Arbeit ist Selbstverwirklichung und deshalb kann es da gar keine  Konflikte um deren Verteilung geben. Anders gesagt, alle Menschen  handeln dann vernunftbestimmt, wählen aus freien Stücken die Arbeit die  gerade nötig ist. Wenn es an einer Produktsorte mangelt, dann »nimmt«  man sich davon nur, wenn man es ganz dringend braucht – aber eigentlich  ist Mangel dann ja sowieso abgeschafft. An solche und ähnliche Thesen  schließt sich dann meist ganz illusionslos die Befürchtung an, dass das  in der Übergangsgesellschaft nicht der Fall wäre. Da müsste es natürlich  Zwang und Repression geben, weil die Menschen noch nicht soweit sind. –  Das alles gab es schon mal, und nannte sich Realsozialismus. Wenn diese  »Übergangsgesellschaft« nicht mehr oder weniger vom ersten Tag  »vernünftig« zu nennen ist, wenn nicht sofort Verlaufsformen etabliert  werden, die so beschrieben werden könnten, dass aus dem Willen der  Einzelnen ein allgemeiner resultiert, dann steht zumindest sehr infrage,  wie denn der Prozess aussehen soll, aus dem dann der eigentliche  Kommunismus hervorgehen könnte.<br />
Dieser eigentliche Kommunismus, was immer man zu seinem Kern macht –  Vernünftigkeit, Abschaffung von Leid, Abschaffung von Arbeit –  interessiert uns nicht besonders. Wir finden das alles wunderbar, und  hätten ganz und gar nichts dagegen, wenn das, was wir zunächst mal unter  Kommunismus verstehen (kooperative, arbeitsteilige Produktion am  Maßstab von Bedürfnissen), sich in so eine Richtung entwickeln würde.  Zunächst aber ist von einer Gesellschaft auszugehen, in der es eine  Vielzahl von Konflikten und Antagonismen gibt. Das sind keine Sachen,  die verwaltet werden könnten. Sie verlangen nach Verlaufsformen, die  politischer Natur sind. »Zusammensetzen« kommt uns nicht vor wie die  gesellschaftliche Lösungsformel für das Problem, wie es gehen kann, dass  alle in ihren Bedürfnissen und in ihrem Willen ernstgenommen sind.</p>
<p>Anmerkungen:</p>
<p><sup><a name="u1"></a><a href="http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=800&amp;print=#o1">(1)</a></sup> Roger Behrens, Kommunismus. Dreißig Thesen, in: Phase 2.31 (2009), 35.</p>
<p><sup><a name="u2"></a><a href="http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=800&amp;print=#o2">(2)</a></sup> Ebd.</p>
<p><sup><a name="u3"></a><a href="http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=800&amp;print=#o3">(3)</a></sup> Ebd.</p>
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		<title>„Das ganz Andere&#8230;“</title>
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		<comments>http://www.paeris.net/das-ganz-andere/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 10:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Seminare]]></category>

		<category><![CDATA[politisches Projekt]]></category>

		<category><![CDATA[Utopie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wochenendseminar zu politischen Utopien vom 9.-11. Juli in Brandenburg
Eine Utopie ist das ganz Andere zum gesellschaftlich Bestehenden, und etwas ganz Anderes als eine kapitalistische Gesellschaft wollen viele. Wie sehen Ideen zu deren Überwindung aus und welchen Schwierigkeiten sehen sie sich gegenüber? Wenn man von Utopie spricht, meint man damit eigentlich eine Vision, einen Wunschtraum, oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="lauftext">Wochenendseminar zu politischen Utopien vom </span><span class="lauftext">9.-11. Juli in Brandenburg</span></p>
<p><span class="lauftext">Eine Utopie ist das ganz Andere zum gesellschaftlich Bestehenden, und etwas ganz Anderes als eine kapitalistische Gesellschaft wollen viele. Wie sehen Ideen zu deren Überwindung aus und welchen Schwierigkeiten sehen sie sich gegenüber? Wenn man von Utopie spricht, meint man damit eigentlich eine Vision, einen Wunschtraum, oder doch ein ganz konkretes politisches Projekt? Woran macht sich gegebenenfalls der Unterschied fest, und kommt es eigentlich auf diesen Unterschied an?</span></p>
<p><span class="lauftext">Das Seminar findet statt im Rahmen des Seminarprogramms von <a href="http://brb.jungdemokratinnen.de/" target="_blank">JungdemokratInnen/Junge Linke Brandenburg</a>.<br />
</span></p>
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		<item>
		<title>&#8220;Wer macht denn dann die ganze Arbeit&#8230;?&#8221;</title>
		<link>http://www.paeris.net/wer-macht-denn-dann-die-ganze-arbeit/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 22:18:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>

		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>

		<category><![CDATA[Planwirtschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Verteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[Diskussionsveranstaltung am Donnerstag 17.Juni 19:30 Uhr
im New Yorck, Mariannenplatz 2, Berlin-Kreuzberg
&#8220;Nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste
Lebensbedürfnis geworden&#8221;, erst dann kann sich nach der Vorstellung von
Marx &#8220;die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: jeder nach seinen
Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!&#8221; Solange sich nicht
genügend Leute finden, denen die zur Güterproduktion notwendige Arbeit
auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diskussionsveranstaltung am Donnerstag 17.Juni 19:30 Uhr</strong><br />
im New Yorck, Mariannenplatz 2, Berlin-Kreuzberg</p>
<p>&#8220;Nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste<br />
Lebensbedürfnis geworden&#8221;, erst dann kann sich nach der Vorstellung von<br />
Marx &#8220;die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: jeder nach seinen<br />
Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!&#8221; Solange sich nicht<br />
genügend Leute finden, denen die zur Güterproduktion notwendige Arbeit<br />
auch richtig Spaß macht, solange stellen sich in einer Gesellschaft, in<br />
der für die Bedürfnisse aller produziert wird, Fragen nach der Regelung<br />
der Arbeits- und Güterverteilung. Wir möchten an diesem Abend einige<br />
prinzipielle Ansätze, wie damit umgegangen werden kann, besprechen und<br />
diskutieren, welche politischen Implikationen sie jeweils haben.<span id="more-250"></span></p>
<p>Dieser Abend ist Teil der Reihe:</p>
<p><strong>No idea?! - Diskussionsreihe über Konzepte befreiter Gesellschaft</strong><br />
Veranstaltet von [pæris] und Plan E</p>
<p>Von Februar bis Juli an jedem dritten Donnerstag im Monat von 19:30 bis 22:00 Uhr im New Yorck</p>
<p>Ob wir wollen oder nicht, radikale Kritik an der bestehenden Gesellschaft wird an den Resultaten des „Realsozialismus“ gemessen: an seinem herrschaftlichen Charakter und seinem ökonomischen Scheitern. Eine historische Auseinandersetzung bleibt defensiv und eine politische Abgrenzung zweifelhaft, wenn sie sich nicht mit glaubhaften und ausstrahlungsfähigen Vorstellungen anderer gesellschaftlicher Organisation und ökonomischer Planung verbinden kann. Dafür ist es nötig, eine nüchterne und realistische Urteilsfähigkeit in Bezug auf solche Vorstellungen zu entwickeln. Unter dieser Prämisse wollen wir einige in der Linken bereits erarbeitete Vorschläge diskutieren, wie eine reproduktionsfähige Gesellschaft, in der es tatsächlich um Bedürfnisse geht, organisiert sein könnte.</p>
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		</item>
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		<title>We Love the Crisis!</title>
		<link>http://www.paeris.net/5-juni-we-love-the-crisis/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 12:33:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

		<category><![CDATA[Hegemoniepolitik]]></category>

		<category><![CDATA[Ideologiekritik]]></category>

		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>

		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>

		<category><![CDATA[Strategie]]></category>

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		<description><![CDATA[Antikapitalistischer Workshoptag
Samstag, 5. Juni 2010
10.30 bis 22 Uhr
SFE im Mehringhof (Gneisenaustraße 2a, Berlin-Kreuzberg)
Von [paeris] wird es von 16-19 Uhr einen Workshop geben zur
Hegemonie des Antiutopischen
Linksradikale Positionen sind gesellschaftlich so marginalisiert, dass
sich nicht einmal in der Krise von ihnen abgegrenzt werden muss. Linke,
die von diesem Problem ausgehen, ziehen oft den Schluss, Mehrheiten zu
suchen, mit denen man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.welovethecrisis.tk/" target="_blank">Antikapitalistischer Workshoptag</a><br />
Samstag, 5. Juni 2010</strong><br />
10.30 bis 22 Uhr<br />
SFE im Mehringhof (Gneisenaustraße 2a, Berlin-Kreuzberg)</p>
<p>Von [paeris] wird es von 16-19 Uhr einen Workshop geben zur</p>
<p><strong>Hegemonie des Antiutopischen</strong></p>
<p>Linksradikale Positionen sind gesellschaftlich so marginalisiert, dass<br />
sich nicht einmal in der Krise von ihnen abgegrenzt werden muss. Linke,<br />
die von diesem Problem ausgehen, ziehen oft den Schluss, Mehrheiten zu<br />
suchen, mit denen man wenigstens irgend etwas gemeinsam hat. Daran<br />
wiederum wird kritisiert, dass der politische Erfolg, und wenn es nur<br />
die öffentliche Wahrnehmbarkeit ist, mit der Aufgabe inhaltlicher<br />
Positionen erkauft ist. Dennoch kann man an dem Kriterium, als<br />
Alternative überhaupt wahrgenommen zu werden, nicht vorbei, wenn man<br />
Politik nicht aufs Rechthaben beschränken möchte. Welche Schlüsse man aus diesem Dilemma ziehen kann, möchten wir gern diskutieren.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Übergangsgesellschaft, quo vadis?</title>
		<link>http://www.paeris.net/uebergangsgesellschaft-quo-vadis/</link>
		<comments>http://www.paeris.net/uebergangsgesellschaft-quo-vadis/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 09 May 2010 13:45:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>su</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>

		<category><![CDATA[Planwirtschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Übergang]]></category>

		<category><![CDATA[Utopie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.paeris.net/?p=237</guid>
		<description><![CDATA[Diskussionsveranstaltung am Donnerstag 20.Mai 19:30
im New Yorck, Mariannenplatz 2, Berlin-Kreuzberg
Eine Gesellschaft, in der alle aus Vernunft, also aus Einsicht in die Vorteile kooperativer, arbeitsteiliger, planwirtschaftlicher Reproduktion, am gesellschaftlichen Arbeitsprozess teilnehmen und dabei ihre Bedürfnisse ohne jedes Mangelempfinden befriedigen können, setzt sowohl ein verallgemeinertes politisches Bewusstsein als auch ein Produktionspotential voraus, das momentan vielleicht nicht gegeben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diskussionsveranstaltung am Donnerstag 20.Mai 19:30</strong><br />
im New Yorck, Mariannenplatz 2, Berlin-Kreuzberg</p>
<p>Eine Gesellschaft, in der alle aus Vernunft, also aus Einsicht in die Vorteile kooperativer, arbeitsteiliger, planwirtschaftlicher Reproduktion, am gesellschaftlichen Arbeitsprozess teilnehmen und dabei ihre Bedürfnisse ohne jedes Mangelempfinden befriedigen können, setzt sowohl ein verallgemeinertes politisches Bewusstsein als auch ein Produktionspotential voraus, das momentan vielleicht nicht gegeben ist. Wer so etwas anstrebt, muss dann auch von irgendeiner gesellschaftlichen Entwicklung ausgehen, die dorthin führt. Darüber will aber niemand reden: „Ach so, Ihr meint die Übergangsgesellschaft, ja gut&#8230;“</p>
<p>Ist es sinnvoll, die Frage der politischen und ökonomischen Organisation, wie sie gleich nach Vergesellschaftung der Produktionmittel aussehen soll, so stiefmütterlich zu behandeln oder gleich Stalinisten zu überlassen, weil man ohnehin davon ausgeht, dass dann noch Repression und Arbeitszwang notwendig sein werden? Wird eine so organisierte „Übergangsgesellschaft“ überhaupt einen Übergang zu etwas anderem schaffen?<span id="more-237"></span> Wenn man den oben beschriebenen Idealzustand erreichen möchte, müsste zumindest ein plausibles Entwicklungsprinzip angegeben werden.</p>
<p>Aber nein, uns geht es nicht um &#8220;die&#8221; Übergangsgesellschaft, weil wir einen solchen Idealzustand herzlich zweitrangig finden. Worum es gehen muss, ist möglichst baldige herrschaftsfrei organisierte Bedürfnisbefriedigung für alle Menschen. Wieso das ein wichtiger Unterschied ist, wollen wir gern diskutieren.</p>
<p>Dieser Abend ist Teil der Reihe:</p>
<p><strong>No idea?! - Diskussionsreihe über Konzepte befreiter Gesellschaft</strong><br />
Veranstaltet von [pæris] und Plan E</p>
<p>Von Februar bis Juli an jedem dritten Donnerstag im Monat von 19:30 bis 22:00 Uhr im New Yorck, Mariannenplatz 2 in Kreuzberg, 10997 Berlin (<a href="http://yorck.plentyfact.net/node/38" target="_blank">Lageplan</a>)</p>
<p>Ob wir wollen oder nicht, radikale Kritik an der bestehenden Gesellschaft wird an den Resultaten des „Realsozialismus“ gemessen: an seinem herrschaftlichen Charakter und seinem ökonomischen Scheitern. Eine historische Auseinandersetzung bleibt defensiv und eine politische Abgrenzung zweifelhaft, wenn sie sich nicht mit glaubhaften und ausstrahlungsfähigen Vorstellungen anderer gesellschaftlicher Organisation und ökonomischer Planung verbinden kann. Dafür ist es nötig, eine nüchterne und realistische Urteilsfähigkeit in Bezug auf solche Vorstellungen zu entwickeln. Unter dieser Prämisse wollen wir einige in der Linken bereits erarbeitete Vorschläge diskutieren, wie eine reproduktionsfähige Gesellschaft, in der es tatsächlich um Bedürfnisse geht, organisiert sein könnte.</p>
]]></content:encoded>
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