Realsozialismus

Realsozialismus wird häufig in eins gesetzt mit dem Versuch der Errichtung einer kommunistischen Gesellschaft überhaupt. Eine Kritik des Realsozialismus ist aber notwendige Voraussetzung einer wirklich emanzipatorischen kommunistischen Bewegung, und aus unserer Sicht für radikale Linke unverzichtbar.

Hier einige Literatur, die wir zum Thema empfehlen.  (Genau wie die Seite zu ökonomischer Planung, wird auch diese Liste weiter ergänzt.)

  • Bini Adamczak, “Gestern morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft”, 2007. Reflektion auf die im Namen des Kommunismus begangenen Verbrechen, das Festhalten an einem emanzipatorischen kommunistischen Projekt und wie man beides endlich zusammenbringen könnte.
  • Junge Linke, “Die Rache des ZK. Vom Durchfall in den Köpfen vieler Kritiker des “realen Sozialismus””, 1997. Woran ist der Realsozialismus gescheitert, und was heißt in der Stelle eigentlich gescheitert? Kurzer Überblick über die Einrichtung und Probleme der Ökonomie im Realsozialismus. Link zum Text
  • Stefan Heym, “Radek“, 1995.  Der historischer Roman erzählt die Entwicklung der Russischen Revolution anhand des Schicksals des unter Stalin umgekommenen polnischen Kommunisten Karl Radek und gibt einen Einblick in das Kalkül von Stalins Gegnern: Was bringt die von Stalin verfolgten dazu, selbst noch in ihren eigenen Schauprozessen “brav” ihre Rollen zu spielen?
  • Isaac Deutscher, “Stalin. Eine politische Biographie”, 1992 (engl. Original von 1966).  Sehr lesenswertes Buch über die Entwicklung der russischen Revolution hin zum bürokratischen “Sozialismus” anhand der Biographie  Stalins mit Antworten auf Fragen wie: Wie kam Stalin eigentlich in eine Position alle emanzipatorischer gesonnenen Kommunistinnen unterdrücken und ermorden zu können, und warum hat dem keiner widersprochen? Wie kommt ein wie auch immer entarteter Sowjetstaat dazu, ausgerechnet mit Hitler einen Pakt zu beschließen und auch noch die Aufteilung Polens gleich mit? Und warum wurden die aus dem 2. Weltkrieg zurückkehrenden sowjetischen Soldaten nach dem erduldeten Elend und Terror des Kriegs auch noch ins KZ geschickt?
  • Alexander Solschenizyn, “Der Archipel Gulag”, 1974. Ausführliche Beschreibung von Solschenizyns eigenen Erfahrungen und denen zahlreicher Mitgefangener im sowjetischen Zwangsarbeitssystem. Informationsgehalt und Eindrücklichkeit werden auch durch den dezidierten Antikommunismus des Autors nicht geschmälert.